Der Druck im Kessel steigt 

Durchbruch im Brennerbasistunnel (BBT) am 18.09.2025, geplante Inbetriebnahme Dezember 2032. Ganz Österreich wartet sehnsüchtig darauf, die ungeliebten LKW-Kolonnen loszuwerden.  

Und auf deutscher Seite? Der Brennernordzulauf wurde totgeplant – um den Seeton zu umfahren gibt es eine Kostenexplosion für über 30km Tunnel – kein Gewinnerthema flüstert man sich zu. 

Der Tiroler Landesrat Rene Zumtobel hat dafür kein Verständnis.  Er drohte offen im Bundestagsverkehrsausschuss 16. Okt. 2024 (Video bei 1h07min) mit Intensivierung von Druckmitteln wie LKW-Blockabfertigungen. Außerdem seien die Brücken marode und müssten renoviert werden. 

Und somit ist absehbar, dass demnächst eine enorme Zahl von Güterzügen über die Bestandsstrecke durch Rosenheim fahren wird. 

Nach jahrelangen DB-Planungen gibt es neue Ideen, wie man es anders machen könnte, aber diese stammen nicht von der DB sondern von Vieregg-Rössler – sorry, not invented here – kann nicht richtig sein, wird es sicher bald lauten. 

http://www.vr-transport.de/archiv/VR-Gesamtkonzept-Nordzulauf-15-12-2025.pdf 

Dagegen setzt die DB darauf, den Verkehr Salzburg-München umzuleiten. Statt über Rosenheim sollen die Züge über ABS38 (d.h. über Mühldorf) fahren, wodurch Trassen für den Brennerverkehr frei würden. Bei 13 von 16 Planungsabschnitten der ABS38 wurde die Planung zur Genehmigung beim Eisenbahnbundesamt eingereicht, die letzten drei sollen 2026 erfolgen.  

Ein Teilabschnitt der Strecke hat Phase 3/4 schon abgeschlossen, sei aber noch nicht finanziert. Dies hat ein großes Medienecho hervorgerufen, warum trotz Versprechen des Bundeskanzlers, was baureif sei würde gebaut, hier keine Finanzierung vorliege. Der Mühldorfer Bürgermeister schrieb einen offenen Brief an den Bundeskanzler, auf der Regierungspressekonferenz vom 16. Januar wurde das Thema erneut aufgegriffen. Die DB-Kommunikationsabteilung stellte klar, dass das Projekt sich noch im Planfeststellungsverfahren befinde.  Rechtlicher Hintergrund: BUV §4(8)-(11)

Wohin geht also die Richtung? BBT und ABS38 werden in etwa 7-12 Jahren in Betrieb gehen, möglicherweise Olympia 2040 ante portas – der Druck im Kessel steigt, das Zeitfenster schließt sich. Eines Tages wird man sagen, nun sei es so eilig mit dem viergleisigen Ausbau Daglfing-Johanneskirchen, jetzt könne man nicht mehr langwierig einen Tunnel bauen.  

Die Bürgerinitiative BI Tunnel hat deswegen einen Vorschlag eingebracht, wie man den Tunnelbau beschleunigt, indem man die Strecke während der Bauphase sperrt. Dies ist für Pendler zwar lästig, dafür würde der Bau stark beschleunigt und Kosten reduziert. Kein Verschwenken der Gleise, keine temporären Haltestellen, weniger temporäre Fremdgrundinanspruchnahme, weniger Erdbewegungen, keine Maßnahmen zur Stabilisierung der Gleise neben einer Grube, weniger Baulärm.  Die Landeshauptstadt schaut sich nun diesen Vorschlag genauer an.

Abwarten was passiert? Keine gute Lösung!

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